Liebe Eltern!

Sie als Eltern haben einen entscheidenden Einfluss darauf, wie Ihre Kinder mit den verschiedenen Anforderungen im Leben umgehen und wie sie auf Belastungen und Herausforderungen reagieren. Das gilt auch für den Umgang mit alkoholhaltigen Getränken.

Marlene Mortler

Ein problematischer Konsum mit häufigen Trinktagen und einer Steigerung der Trinkmenge ist nach aktuellem Stand des Wissens umso häufiger, je früher Kinder und Jugendliche mit einem regelmäßigen Alkoholkonsum beginnen. Früher Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen gilt als sehr gefährlich.
Ein frühes Einstiegsalter erhöht die Wahrscheinlichkeit für alkoholbezogene Verletzungen, Verkehrsunfälle, Verwicklungen in Handgreiflichkeiten sowie gewalttätigen Auseinandersetzungen. Offene Gespräche der Eltern sind in dieser Entwicklungsphase für Kinder und Jugendliche sehr wichtig. Als besonders wirksam haben sich beispielsweise feste Regeln zum Trinken von Alkohol immer dann erwiesen, wenn von den Kindern und Jugendlichen gleichzeitig elterliche Fürsorge, Unterstützung und Liebe erfahren wird.

Ob Ihre Kinder später maßvoll und verantwortungsvoll mit alkoholhaltigen Getränken umgehen können, hängt maßgeblich von den Erfahrungen und Vorbildern im engsten Umfeld der Familie ab. Eltern beurteilen ihren eigenen Einfluss auf das jugendliche Trinkverhalten oft skeptisch und wirken ratlos, hinsichtlich der Art und Weise, wie sie dieses „schwierige Thema“ ansprechen sollen. Auch wenn Sie nicht immer das Gefühl haben, dass Ihre Kinder sich so verhalten, wie Sie sich das wünschen: Nehmen Sie Ihre Rolle als wichtigste Bezugsperson Ihrer Kinder an. Nehmen Sie sich Zeit, um sich fit zu machen für offene und ehrliche Gespräche mit Ihren Kindern zum Thema Alkohol. Zeigen Sie Verständnis, hören Sie zu, verurteilen Sie nicht, vereinbaren Sie Regeln und setzen Sie notwendige Grenzen. Suchen Sie den Austausch mit anderen Eltern und Fachkräften. Informieren Sie sich über die Wirkung von Alkohol und über die gesetzlichen Bestimmungen. So haben Sie einen Wissensvorsprung und können Ihren Kindern Orientierung und Halt geben.

Als Drogenbeauftragte der Bundesregierung wünsche ich der Präventionsinitiative „Klartext reden!“ viel Erfolg.

Ihre Marlene Mortler, MdB
Drogenbeauftragte der Bundesregierung